Freitag, 10. Mai 2013

Online - on line - auf Linie!

Für längere Zeit herrschte auf diesem Blog wieder einmal Stille. Dies lag jedoch keinesfalls an mangelnder Motivation oder daran, dass nichts passiert ist, ganz im Gegenteil:

Seit dem letzten Eintrag ist eine ganze Menge passiert - gegen Ende des Kurses wurde die Schulung immer anstrengender, standen doch zwei große Abschlusstests an. Auf der einen Seite gab es die sicherheitsrelevanten Aspekte [Safety and Emergency Procedures], auf der anderen Seite standen auch Dinge wie Service, Uniformtrageordnung und vieles mehr auf dem Programm - beides Tests, für die eine gewisse Stoffmenge beherrscht werden wollte. Trotz der Fülle an Themen gab es für niemanden aus unserem Kurs ernsthafte Probleme, sodass nicht nur alle bestanden haben, sondern vielmehr überdurchschnittlich gut abschnitten!
Nachdem nun diese Tests alle gelaufen waren, konnten wir uns auf unsere 3 Ausbildungsflüge umso mehr freuen, bei denen wir als zusätzliches Besatzungsmitglied [Additional Crewmember, kurz ACM] jeweils einen regulären Dienst begleitet haben. Hier wurde darauf Wert gelegt, dass wir an den ersten beiden Tagen jeweils eine Flugbegleiter-Station (3L / 3R) begleiteten, während uns auf dem letzten Ausbildungsflug die Wahl gelassen wurde. Für mich ging es an den 3 Tagen nach Zürich, Pisa, Wien und schlussendlich nach Bastia auf Korsika. Bedingt durch die Tatsache, dass wir als Besatzungsmitglied "on top" geplant waren, sprich nicht zur regulären Crew gehörten, blieb uns durchaus auch die Möglichkeit, einige Male zum Start und zur Landung im Cockpit zu sitzen, was sicherlich auch ein kleines Highlight war. Das größte Highlight für mich persönlich war jedoch die Möglichkeit, in Wien unseren Ersten Offizier beim Outside-Check auf dem Vorfeld zu begleiten, der dann auch jedes Detail, auf das geachtet wird, erklärte. Das war sicherlich ein schönes Erlebnis, was ich wohl vorerst nicht mehr werde mitmachen können, da ich ja nun zur regulären Besatzung gehöre und somit meine eigenen Aufgaben und Pflichten an Bord zu erfüllen habe.
Nach diesen 3 Ausbildungsflügen stand nun am Montag danach die Unterzeichnung des eigentlichen Arbeitsvertrages in der Konzernzentrale in Köln für uns an, an die wir im Anschluss dann noch jeder mindestens 2 freie Tage in der Heimat hatten, bevor für uns der eigentliche Einsatz im Liniendienst ab Mai begann.
Bereits der erste Blick auf den Dienstplan ließ mein Herz ein wenig höher schlagen - vermehrt Spätschichten! Für mich als Langschläfer sicherlich ein Traum. Auch die Destinationen können sich sehen lassen, eine bunte Vielfalt hat sich da eingeschlichen, sodass ich vielleicht demnächst mal eine Karte des Streckennetzes ab Köln irgendwo aufhängen könnte, auf der ich die bisher angeflogenen Ziele alle markieren kann. Mal sehen, ob ich es schaffe, alle Ziele hier abzufliegen - spannend wäre das allemal!
 Fakt ist jedenfalls an dieser Stelle, dass ich die Erfahrungen, die ich bereits in der kurzen Zeit hier sammeln durfte, nicht mehr missen möchte. Alleine durch die Tatsache, dass man nun auch die andere Seite kennt, verändert so manche Sichtweise in Bezug auf die Arbeit der Kabinencrews, die definitiv von 90% der Menschen unterschätzt wird.

Und zum Abschluss noch ein Bild vom Feierabend nach einer Spätschicht gegen 23:00 Uhr, viel Spaß und bis zum nächsten Mal!




Kommentare:

  1. Wow!
    Ich verfolge nun schon seit einiger Zeit deinen Blog.
    Finde es super interessant und spannend was du berichtest. :)

    Hast du bei Germanwings eigentlich auch Overnights oder bist du nach jedem Flug wieder in Köln?

    AntwortenLöschen
  2. Vielen Dank erst einmal für das Lob, nun zu Deiner Frage:
    Grundsätzlich bin ich nach jedem Flug abends wieder an der Homebase in Köln. Ob und inwiefern sich daran mit der Umstrukturierung etwas ändert, bleibt natürlich abzuwarten.

    AntwortenLöschen