Donnerstag, 1. November 2012

Ein Silberstreif(en) am Horizont

Wie dem ein oder anderen vielleicht aufgefallen sein dürfte, hat sich in den letzten Tagen das Aussehen des Blogs ein wenig verändert. Dies liegt darin begründet, dass es bis zu einem möglichen Lehrgangsstart noch ein wenig dauern wird und ich bis dahin eine angemessene Alternative gefunden habe.

Vor knapp 3 Wochen machte mich eine Bekannte darauf aufmerksam, dass sowohl Lufthansa Cityline, als auch Germanwings derzeit Flugbegleiter suchen. Mit diesem Wissen betrieb ich dann erst einmal ein wenig Recherche und stellte fest, dass ich die Wahl hatte zwischen Köln/Bonn und Stuttgart bei Germanwings oder Frankfurt und München bei der Cityline. Vor dem Hintergrund, dass ich zumindest ein bisschen in der Nähe meiner Familie sein möchte, bewarb ich mich also bei Germanwings für die Station Köln/Bonn. Kurze Zeit später wurde mir bestätigt, dass meine Bewerbung bearbeitet werde und ich in Kürze weitere Informationen erhalte. An dieser Stelle möchte ich einmal kurz den Bewerbungsablauf bei der Germanwings skizzieren:

1. Onlinebewerbung
2. Onlinetest
3. Assessmentcenter

Der gesamte Prozess teilt sich auf drei verschiedene Phasen auf, begonnen bei der Onlinebewerbung. Knapp zwei Tage nach der Bewerbung gibt es eine Rückmeldung per E-Mail, in der auch ein Link zu einem Onlinetest enthalten ist. Dieser Test beinhaltet diverse Fragen zu Geographiekenntnissen, Englisch und Allgemeinwissen, sowie ein wenig Mathematik und beansprucht etwa 20 Minuten Eurer Zeit. Wichtig ist, dass jeder Themenblock eine eigene Zeitbegrenzung von 5 Minuten hat, sodass ein Schummeln mit Google in der Regel nicht möglich sein sollte.
Ist dieser Test beendet, so darf man etwa 4 bis 5 Tage auf ein Ergebnis warten, welches wieder per E-Mail mitgeteilt wird. Sollte der Onlinetest positiv ausgefallen sein, folgt eine Einladung zum Assessmentcenter.
So kam es, dass ich nach meinem erfolgreichen Onlinetest bloß eine Woche warten musste, bis ich am Assessmentcenter in Stuttgart teilnehmen konnte.

Dies bedeutete natürlich für mich, dass ich früh aufstehen musste, da der Beginn für 10:00 Uhr angesetzt war und ich noch entsprechend anreisen musste. So war ich also bereits um 2:30 Uhr auf den Beinen, um die Bahnfahrt - diesmal sogar ohne Komplikationen - antreten zu können. Wie geplant, kam ich um 9:00 Uhr am Hotel an, in dem das Assessment Center stattfinden sollte und traf dort auf zwei Kandidatinnen, die ebenfalls bei der Lufthansa auf den Ausbildungsbeginn oder die Fortführung der Ausbildung warten, was natürlich dann auch reichlich Gesprächsstoff für die einzelnen Pausen bot.

Pünktlich um 10:00 Uhr begann das Assessment Center, zunächst mit einem kleinen Überblick über den Tagesablauf, dann bereits mit dem ersten Test.
Der erste Test ähnelt sehr dem Onlinetest: Auch hier ging es um Geographiekenntnisse und Allgemeinwissen, sowie um Englischkenntnisse, auf die besonders Wert gelegt wird. Der Großteil des Textes läuft über Multiple Choice, lediglich bei Englisch, sowie einem Geographieteil wurden eigene Antworten gefordert. Insgesamt umfasst der Test 5 oder 6 Seiten Din A4, die man innerhalb einer Stunde bearbeiten sollte. Wer früher fertig war, der hatte natürlich dann länger Pause - nicht weiter verwunderlich, dass ich bereits nach 20 Minuten abgegeben habe und damit nicht einmal der Erste war. Dennoch war der Test definitiv mehr als machbar.
Nach diesem Test gab es eine Präsentation über das Unternehmen, während im Nebenraum die Tests ausgewertet wurden - 75% mussten mindestens korrekt sein, um zur nächsten Testrunde antreten zu dürfen. Einige Zeit später lagen die Ergebnisse dann vor, für 5 Kandidaten / Kandidatinnen war der Tag an dieser Stelle bereits vorbei, allerdings hat man im Gegensatz zur Bewerbung als Pilot hier einmal im Jahr die Chance, sich erneut zu bewerben. Vielleicht reicht es also für diese Kandidaten im nächsten Jahr...
Für die übrigen Kandidaten - alle (angehenden) Lufthanseaten waren noch im Rennen - ging es somit in die nächste Runde: Eine Flipchartpräsentation stand an, in der man darlegen sollte, warum man gerne für Germanwings arbeiten wolle. Um die Schwierigkeit ein wenig zu erhöhen, sollte diese Präsentation auf Englisch gehalten werden, Vorbereitungszeit 20 Minuten, maximale Vortragslänge 3 Minuten.
Mit dieser Aufgabenstellung wurden wir dann 20 Minuten alleine gelassen, bevor die Gruppe dann in zwei weitere Gruppen geteilt wurde, damit das Prozedere nicht allzu viel Zeit in Anspruch nahm. Die Präsentation lief in unserer Gruppe für fast jeden wirklich gut, Nervosität ist ganz normal, bloß sollte der Inhalt dann auch stimmig sein und auch auf das Englische wurde Wert gelegt. So kam es, dass nach dieser Testrunde weitere 5 Kandidaten / Kandidatinnen nach Hause fahren mussten, bevor es für den Rest in die letzte und somit entscheidende Runde ging: Die Einzelgespräche standen an und noch immer waren die (angehenden) Flugschüler alle im Rennen.
Wir drei wurden dann auch direkt als erstes in die Einzelgespräche geholt, bevor die anderen Kandidaten sich damit auseinandersetzen durften. Verglichen mit der Firmenqualifikation und dem dortigen Interview war das Einzelgespräch für Germanwings wesentlich harmloser, bereits nach 5 Minuten waren wir wieder entlassen. Nach dem Interview mussten wir dann noch einige Zeit warten, bis alle fertig waren. Anschließend musste sich noch ein weiterer Kandidat verabschieden, bevor der Rest von uns die Zusage bekam.
Im weiteren Verlauf folgte dann noch eine Präsentation zu Gehältern, Schulung, Urlaubstagen, etc., bevor wir alle mit einem kleinen Stapel an Unterlagen entlassen waren - planmäßiger Lehrgangsstart für mich ist der 11. März 2013 und ab dem 03. Mai 2013 soll ich bereits im Liniendienst der Germanwings ab Köln/Bonn fliegen, mit einem hübschen silbernen Streifen auf der Uniform.


 © Germanwings

Kommentare:

  1. Glückwunsch! :D Auch mal interessant, einen Flugbegleiter-Blog gabs bisher ja noch nicht soweit ich weiß.

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  2. Hi! ;-)
    Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation - hast du beim Einzelgespräch offen gesagt, dass du das nur so lange machst bis du die Ausbildung zum Piloten anfängst?

    Danke schon mal für deine Antwort!

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    1. Servus,

      nicht nur da habe ich das offen kommuniziert - auch während der Vorstellung / Präsentation auf Englisch habe ich das deutlich erwähnt. Alles kein Problem. ;)

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    2. Danke für die schnelle Antwort
      und always happy landings ;-)

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