Samstag, 13. Oktober 2012

Dunkle Wolken am Lufthansa-Himmel

Eine reißerische Überschrift, die nicht viel Gutes verheißt:

In den letzten Tagen kursierten bereits Gerüchte, in denen es hieß, dass im kommenden Jahr vorerst keine Piloten an der Verkehrsfliegerschule in Bremen für die Lufthansa neu ausgebildet werden sollen. Mit der Briefpost heute früh wurden diese Gerüchte leider bestätigt: Voraussichtlicher Lehrgangsstart für alle positiv getesteten Kandidaten ist derzeit das Jahr 2014.

Vor diesem Hintergrund werden in naher Zukunft wohl nicht allzu viele Informationen den Weg auf meinen Blog finden - dennoch werde ich von Zeit zu Zeit ein paar neue Fotos hier hochladen, um dem Blog zumindest ein bisschen Leben einzuhauchen, bis es dann endlich nach Bremen geht.

- That's it for today -

Samstag, 6. Oktober 2012

Kurze Randnotiz

Guten Abend zusammen,

ein kurzes Lebenszeichen von mir, nachdem einige Zeit hier etwas Ruhe herrschte:
Nach einem kurzen Urlaub in Tunesien bei bestem Wetter und 40 Grad bin ich nun wieder in der Heimat angekommen und warte auf eine Nachricht aus Bremen, wann mein NFF [Nachwuchsflugzeugführerlehrgang] denn beginnt. Derzeit sieht es wohl noch nach Mai 2013 aus - die endgültige Einteilung erfolgt laut Bremen in der ersten Novemberwoche. In diesem Sinne heißt es wohl "abwarten und Tee trinken", in knapp 4 Wochen weiß ich hoffentlich mehr. Bis dahin: Dranbleiben!


Mittwoch, 12. September 2012

EDDL - Ein paar Eindrücke aus Düsseldorf

Bisher gibt es noch nichts Nennenswertes zu berichten, sodass ich heute die Bilder sprechen lasse. Viel Spaß mit ein paar Eindrücken des Düsseldorfer Flughafens!















Dienstag, 4. September 2012

Das Medical - Hürde Nummer 3

Das Besteher-Schreiben in den Händen und noch immer völlig euphorisiert kümmerte ich mich so schnell wie möglich um einen Termin für das Medical, um auch diese letzte Hürde möglichst zeitnah hinter mich bringen zu können. Letztendlich bekam ich dann auch einen Termin, der noch vor meinen Erwartungen lag, es sollte der 18. Juli werden. Mit der telefonischen Bestätigung wurde ich dann auch gebeten, einige Formulare, die in den kommenden Tagen per Post kommen sollten, auszufüllen und nach Bremen zu schicken oder sogar zum Medical nach Frankfurt mitzunehmen. So kam es, dass bereits am nächsten Tag ein recht dicker Umschlag der Lufthansa im Briefkasten lag und ich dadurch bedingt einiges an Papierkram zu erledigen hatte.
Mit dieser Vorarbeit begann dann auch die Planung von An- und Abreise nach Frankfurt, die sich dann doch als relativ tückisch herausstellte. Wir sollten uns zwischen halb acht und 8:00 Uhr an der Lufthansa-Basis in Frankfurt einfinden, allerdings ohne Auto, da durch ärztlich bedingte Pupillenerweiterung das Führen von Kraftfahrzeugen für die nächsten 24 Stunden nicht möglich sei. Nächstes Problem: Der ICE wäre erst um 7:35 Uhr in Frankfurt gewesen. Was blieb mir also anderes übrig, als zu fliegen, wenn ich pünktlich kommen wollte? Gegen das Fliegen selber hatte ich natürlich überhaupt nichts, bloß die Preise für relativ spontane Buchungen sind ein wenig teuer, aber was soll's?
Somit ging es dann am 18. Juli morgens um kurz nach 6:00 Uhr mit der Lufthansa nach Frankfurt, zu meinem Glück wieder mit Pilotenperspektive - ein Ausblick, der gerade bei bestem Wetter und um diese Uhrzeit so manches Herz höher schlagen lässt. Am Frankfurter Flughafen hatte ich mich dann mit einem weiteren Kandidaten verabredet und gemeinsam ging es dann zum medizinischen Dienst der Lufthansa, um sich der letzten Hürde des Auswahlprozesses zu stellen. Dort erhielten wir dann zum allerersten Mal unseren eigenen Lufthansa-Ausweis, wenn auch nur als Besucher und nur für diesen Tag...



Relativ zügig wurde uns dann auch der Tagesablauf skizziert: Jeder von uns wurde mit einem "Laufzettel" ausgestattet, auf dem knapp 10 verschiedene ärztliche Stationen aufgeführt waren, die wir zu durchlaufen hatten. Alle Ergebnisse wurden dann in einer beiliegenden Mappe gesammelt, die beim Verlassen des Geländes am Empfang abgegeben werden sollte.
Zuallererst ging es für uns zum Labor, wo wir Haare, Blut und Wasser lassen durften - man  hat danach übrigens keine drei kahlen Stellen am Kopf, wie es ganz gerne mal erzählt wird. Anschließend ging es für mich direkt zum EEG, der Hirnstrommessung. Mit einem tollen Elektrodenhelm ausgestattet sitzt man knapp 20 Minuten im Dunkeln und soll abwechselnd ruhig atmen und hyperventilieren. Darüber hinaus bekommt man gegen Ende auch noch ein Stroboskop vor die Augen gehalten, sodass es gar nicht mal so einfach ist, "ganz ruhig", wie die nette Dame immer sagte, zu bleiben. Im Anschluss daran ging es dann zum ersten Sehtest, dem räumlichen Sehen - ein Test, nachdem man erst einmal überall rote Punkte sieht, da man knapp 10 Minuten irgendwelchen roten Punkten hinterherklickt. Darauf folgte der erste Besuch bei der Augenärztin, bevor es wieder zurück in den Warteraum ging. Hier folgte nun der Teil, vor dem ich den größten Respekt hatte: Die Augen sollten getropft werden, bevor weitere Augenuntersuchungen durchgeführt werden sollten. Zwischen den einzelnen Tropfintervallen ging es dann für mich noch zur Begutachtung durch den Fliegerarzt, sowie zum Hörtest. Da man zwischendrin natürlich auch mal gerne etwas trinken oder essen wollte, bat ich eine der Schwestern um Rat, wo man sich am ehesten mit Getränken eindecken konnte, schließlich durfte ich im Flugzeug ja keine Flüssigkeiten mitführen. So kam es, dass ich an einen Getränkeautomaten verwiesen wurde. Dies war womöglich die lustigste Situation während des gesamten Medicals, da man mit getropften Augen natürlich überhaupt nicht mehr klar sehen, geschweige denn lesen konnte, doch auch mit dieser Herausforderung wurde ich fertig. Man wirft einfach immer ein wenig Geld in den Automaten und drückt auf das gewünschte Getränk - irgendwann wird schon genug Geld eingeworfen worden sein, um ein Getränk zu erhalten. Ich weiß allerdings bis heute nicht, wie viel Geld die Cola dort gekostet hat, schließlich konnte ich ja nicht einmal mein Kleingeld erkennen. Fakt war jedoch, dass ich dann endlich etwas trinken konnte...
Anschließend ging es dann also erneut zur Augenärztin, wo noch einige Untersuchungen gemacht wurde und mir zum Abschluss dort gesagt wurde, dass an meinen Augen nichts auszusetzen sei. Jetzt standen also nur noch der Besuch bei der HNO-Ärztin und das Belastungs-EKG, sowie das Drogenfreiheitsgespräch aus, bevor auch das Medical für mich gelaufen war. Nach ein paar Gleichgewichtsübungen, simuliertem Druckausgleich, ein paar Umdrehungen auf dem Fahrrad und dem Gespräch über Alkohol- und Drogenkonsum war es dann so weit: Mit einem guten Gefühl und dem mündlichen "Ok" waren wir entlassen, der schriftliche Bescheid sollte in 3-5 Wochen folgen, da die Blutanalyse, die Haaranalyse, sowie der HIV-Test noch ausgewertet werden musste.
Nach einem gemeinsamen Essen trennten sich dann unsere Wege am Flughafen: Für mich ging es pünktlich per Flugzeug zurück nach Düsseldorf, die anderen zwei Kandidaten, beide für den ILST-Studiengang der Lufthansa vorgemerkt, traten den Rückweg per Bahn, bzw. Mitfahrgelegenheit an.
Nach exakt zwei Wochen kam bereits Post von der Lufthansa: Medical bestanden, geplanter Schulungsbeginn ist im Mai 2013. Weitere Details sollten im Oktober folgen, wenn die Planungen für das kommende Jahr abgeschlossen sind. Mal schauen, wie und wann es dann für mich weitergeht...
In diesem Sinne schließe ich mit diesem Beitrag die Akte des Auswahlprozesses und warte nun sehnsüchtig auf Oktober, wenn endlich ein Datum für den Lehrgangsstart feststeht.
Vielleicht weiß ich ja bereits nach meinem Urlaub mehr...

Happy landings! 

Mittwoch, 29. August 2012

Fliegerische Eindrücke

Nachdem heute das Wetter ganz hervorragend war, bestand für mich wieder einmal die Möglichkeit, mit einem guten Freund und gleichzeitig auch zukünftigen WG-Mitbewohner in Bremen in die Lüfte zu kommen. Auch, wenn die Flugzeit mit einer Stunde recht knapp bemessen war, gelang es mir doch, einige sehenswerte Eindrücke festzuhalten. Viel Spaß damit!


 Unsere Maschine - eine Remos GX


Beech Bonanza



Departure on RWY 25 - EDLF



Blick auf die Heimat


Ferienpark Blaue Lagune




CentrO in Oberhausen


Die alte Schule in Sicht - Thomaeum

Dienstag, 28. August 2012

Runde 2 - Die Firmenqualifikation

Das Abiturzeugnis in den Händen, der Abiturball vorüber - mit jedem dieser Ereignisse am Ende meiner schulischen Laufbahn rückte der Termin für meine Firmenqualifikation immer näher. Es sollte der 5. und hoffentlich auch 6. Juli werden, also saß ich knapp zwei Wochen nach der feierlichen Zeugnisausgabe im Flugzeug nach Hamburg, um die nächste Hürde des Auswahlverfahrens für die Deutsche Lufthansa zu bestreiten.

Zusätzlich zum Seminar, über welches ich bereits berichtet habe, haben wir uns Ende Mai mit insgesamt 6 Leuten, die für Juni oder Juli einen FQ-Termin bekommen haben, zusammengesetzt, um den gesamten Testablauf einmal gemeinsam durchzuspielen. Bedingt durch die Tatsache, dass ich bereits im Voraus ein Seminar besucht habe, habe ich dann des Öfteren auch mal die Psychologenrolle übernommen, was dazu geführt hat, dass ich den gesamten Ablauf auch einmal aus einer anderen Perspektive sehen konnte - in meinen Augen wirklich eine interessante Erfahrung. So haben wir also drei Tage lang Streitgespräche und Gruppenspiele simuliert, sowie Interviews geführt, in denen so manchem von uns ordentlich auf den Zahn gefühlt wurde, bis jeder von uns das Gefühl hatte, sich nach bestem Wissen und Gewissen vorbereitet zu haben. Für mich selbst war diese Art der Vorbereitung als Ergänzung zum Seminar gedacht, eine Art Generalprobe, ob ich die Sachen, die ich im Seminar gelernt habe, auch umsetzen konnte und in dieser Hinsicht war ich auch recht zufrieden mit mir - nur am Interview wurde bis zur letzten Minute gefeilt.

Am 4. Juli war es dann soweit, auf nach Hamburg! Am Flughafen angekommen habe ich dann noch zwei Mitstreiter für die folgenden Tage getroffen, mit denen es auch recht zügig in Richtung Hotel ging. Nach einigen Einkäufen holten wir noch eine sehr gute Freundin von mir am Flughafen ab, die für die Dauer der Tests mit mir nach Hamburg gekommen war - wahrlich ein Gefallen, den ich nie vergessen werde, danke dafür, Annika!
Abends sind wir dann alle gemeinsam beim Griechen essen gegangen, zusammen mit zwei Testteilnehmern vom Vortag, von denen ich einen aus unserer Vorbereitungsgruppe aus Düsseldorf kannte. Alleine die Tatsache, dass lediglich 3 von 10 Teilnehmern den Sprung in den zweiten Tag geschafft hatten, flößte uns dann noch einmal eine gehörige Portion Respekt vor den kommenden Tagen ein, sodass es dann auch relativ früh zurück ins Hotel ging, um fit für den nächsten Morgen zu sein...

5. Juli, 6:00 Uhr morgens - Tag der Entscheidung

Nach einer eher unruhigen Nacht ging es zum Frühstück, bei dem keiner von uns wirklich zugreifen konnte, die Anspannung stand uns allen ins Gesicht geschrieben. Man führe sich nur einmal vor Augen, dass knapp 10 Stunden später der Traum vom Fliegen für einige von uns zumindest bei der Lufthansa für immer vorbei sein würde - da fühlt man sich doch erst einmal etwas eigenartig...
Pünktlich um 8:00 Uhr standen dann 10 piekfeine junge Männer im Warteraum des DLR, gespannt darauf, was die kommenden Minuten und Stunden bringen würden. Zunächst ging es in einen Nebenraum, in dem uns von unserer Testleiterin der Ablauf des Tages vorgestellt wurde, bevor unser Auswahlkapitän uns die "Schablone" erläuterte, durch die wir passen müssten, um zum Lufthansa-Konzern zu passen. Nach dieser Einleitung wurden wir noch einmal kurz in den Warteraum gebeten, bevor es für die eine Hälfte ins Streitgespräch ging, während der Rest zur DCT-Einweisung gebeten wurde. Für mich ging es direkt ins Streitgespräch, zu allem Übel auch noch als erster! Wie dem auch sei, später können wir auch nicht wählen, wann wir wohin fliegen wollen, von daher - keep cool! Somit begann für mich auch direkt die Vorbereitungszeit, nach deren Ende ich von einer Psychologin abgeholt und in den Testraum geführt wurde. Das Gespräch dort lief meines Erachtens sehr gut, wichtig ist wirklich, dass man auf das Gegenüber eingeht und eine Bandbreite an Argumenten etc. parat hat, ansonsten kommt man hier nicht sonderlich weit. Darüber hinaus sollte man auch bedenken, dass es niemals eine Universallösung geben kann, oftmals kann auch schon der Weg das Ziel sein.
Nach dem Streitgespräch wurden die Gruppen dann getauscht, sodass als nächstes die DCT-Einweisung auf dem Programm stand, ganz zu schweigen von den großen Wartezeiten zwischen den einzelnen Tests. Darauf folgte dann mein erstes Gruppenspiel, in dem ich mir selbst noch ein wenig zu passiv vorkam, wobei wir als Gruppe wirklich gut zusammengearbeitet haben. Nichtsdestoweniger sind wir dennoch nicht fertig geworden...

1 Stunde Mittagspause - ab zum Bäcker

Nach der Mittagspause folgte dann der DCT, oder auch Straßenbeladetest. Die Einzeldurchgänge liefen dann auch mehr oder weniger gut, die Teamdurchgänge waren etwas durchwachsen - insgesamt durchschnittlich, hätte definitiv besser sein können. Im Anschluss daran folgte dann das letzte Gruppenspiel, was auch bei mir wesentlich besser lief als das erste, sodass ich dort mit einem guten Gefühl den Raum verlassen konnte. Nach diesem Test folgte erneut der längste und schlimmste Bestandteil des Auswahlverfahrens - das Warten...
Geschlagene zwei Stunden saßen wir im Warteraum und bangten um die Ergebnisse, bevor es dann gegen 17.30 Uhr so weit war, der erste aus unserer Gruppe wurde aufgerufen und der Daumen ging nach oben - Simulator um 8.45 Uhr. Für die verbleibenden 9 Leute bedeutete dies: Mindestens zwei weitere Kandidaten durften am nächsten Tag wiederkommen. Nach 3 weiteren Kandidaten, von denen jeder ein "Nein" mit auf den Weg bekam, war es dann so weit, ich war an der Reihe. In diesem Moment kommt einem der Flur einfach nur endlos lang vor und die Gedanken rasen - was ist, wenn es nicht gereicht hat?!

"Ja, Herr M. - der Daumen geht nach oben! Simulator um 7 Uhr und frühstücken Sie gut!"

 "Gott sei Dank, ich darf weiterträumen!", dachte ich mir, bedankte mich und trat den Rückzug in Richtung Warteraum an.


Nach mir gab es dann allerdings auch nur noch eine weitere Zusage für den kommenden Tag, sodass die Statistik nach dem ersten Tag gar böser Natur ist:

Angetreten: 10 [4x Seminarvorbereitung -> 3x ToPilots, 1x ATTC]
Nach Tag 1: 3 [2x Seminarvorbereitung -> 2x ToPilots]

Nach ein paar kurzen Telefonaten und SMS in Richtung Familie und Freunden mit dem Hinweis, dass die Hoffnung auf einen Cockpitplatz bei der Lufthansa noch immer existiert, ging es dann abends erneut zum Griechen - besonderen Respekt haben sich die Leute verdient, die trotz des Ausscheidens mit uns essen gegangen sind, das passiert wirklich nicht oft, also Hut ab, Ihr habt das echt mit Fassung getragen!

6. Juli, 5 Uhr morgens

Man sieht, es wird immer früher... Trotz der Uhrzeit war ich jedoch hochmotiviert, immerhin durften wir jetzt zum ersten Fall ansatzweise fliegerische Fähigkeiten im Simulator unter Beweis stellen, ein Test, auf den ich mich ganz besonders freute! Nach einigen Einweisungen und Probedurchläufen, in denen wir uns mit der Instrumentierung vertraut machen konnten, ging es dann ans Eingemachte - die 3 Testdurchgänge standen an. Ich kann nur sagen, dass der Test wahnsinnig viel Spaß macht und mit einer vernünftigen Motorik, sowie Mehrfachbelastbarkeit wirklich gut zu meistern ist! Entsprechend gut war auch mein Gefühl nach diesem Test, ich habe keinerlei große Fehler bemerkt, lediglich die Stoppuhr hat sich mir an zwei Stellen widersetzt, sodass ich mir insgesamt eine glatte 2 gab.
Vor diesem Hintergrund wollte ich mir im Warteraum noch einmal kurz meine Notizen ansehen und mich gedanklich auf das Interview vorbereiten, doch nach einem kurzen Schluck Wasser wurde ich, gerade meine Notizen in der Hand haltend, wieder abgeholt:

"Herr M., folgen Sie mir bitte, wir möchten jetzt das Interview mit Ihnen führen!"

Mit einem letzten sehnsüchtigen Blick in Richtung Notizen und den Erfolgswünschen meiner zwei Mitstreiter ging es dann zum vorletzten Mal durch den endlos langen Flur in den Interviewraum, stets mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass das nun folgende Gespräch über meine berufliche Zukunft entscheiden würde...
An der Stelle muss ich wirklich sagen, dass sich die Vorbereitung in Form von Seminar, Interviewsimulationen, etc. wirklich gelohnt hat - das Interview lief wirklich gut, wirklich in die Ecke gedrängt wurde ich auch nicht, sodass es insgesamt wirklich ein recht harmonisches Gespräch war. Dennoch konnte ich hinterher nicht mit Bestimmtheit sagen, wie das Ergebnis denn nun aussehen würde, was ich nach erneutem Warten entgegen nehmen durfte... Man fühlt danach erst einmal gar nichts, so viel, wie man dort gefragt wird und erzählt, doch nach knapp zwei Minuten hatte das Warten ein Ende, Gedanken zu einem möglichen Ergebnis konnte ich mir somit zum Glück nicht großartig machen.

Ein letztes Mal ging es über den Flur, rein in den Interviewraum - kein Glückwunschschreiben auf dem Tisch... "Bitte nicht!", dachte ich mir nur, als ich gebeten wurde, noch einmal kurz Platz zu nehmen.

"Ja, Herr M. - wir wollen Sie nun nicht länger auf die Folter spannen, herzlichen Glückwunsch!" 

Bis ich realisiert hatte, was der Kapitän mir damit mitteilen wollte, hat es dann doch einen kurzen Moment gedauert, einen Moment, den ich nie vergessen werde. Das Gefühl ist echt unbeschreiblich, wenn man es schwarz auf weiß bekommt, dass alle Hürden der vergangenen Tage genommen wurden und lediglich die medizinische Untersuchung aussteht, bevor sicher ist, dass man einen Schulungsplatz an der LFT in Bremen zugesagt bekommt. Nach diesem Ergebnis war ich natürlich vor lauter Freude völlig aus dem Häuschen und bin direkt in den Warteraum gerannt, wo ich überschwänglich von meinen zwei Mitstreitern beglückwünscht wurde. Es ist wirklich einmalig, wie sehr sich andere Menschen in so einer Situation mit einem freuen können - auch das werde ich sicherlich nicht vergessen!


Anschließend ging es dann direkt nach draußen, um auch die Familie und Freunde davon in Kenntnis zu setzen, dass man es tatsächlich geschafft hatte - im kommenden Jahr sollte ich doch tatsächlich die Pilotenausbildung bei der Lufthansa beginnen können, natürlich vorausgesetzt, dass beim Medical keinerlei Probleme festgestellt werden.

Von den beiden Kandidaten nach mir hat dann leider nur noch einer die Zusage bekommen, sodass die endgültige Statistik so aussieht:

Angetreten: 10 [4x Seminar]
Nach Tag 1: 3 [2x Seminar]
Nach dem SIM: 3 [2x Seminar]
Nach dem Interview: 2 [2x Seminar]

Nach einem gemeinsamen Abschiedsessen im Vapiano in der Stadt ging es dann für Tobi, Annika und mich zum Flughafen, von wo aus wir unsere Heimreise antraten: Annika per Mitfahrgelegenheit, Tobi per Bahn, nachdem durch einen Radarausfall die Flüge nach Frankfurt gestrichen wurden, und ich per Flugzeug.

Zu meinem Glück durfte ich sogar vorne im Cockpit gen Heimat fliegen - ein Erlebnis, was ich mit Sicherheit auch niemals vergessen werde, genauso, wie ich die letzten zwei Tage niemals vergessen werde. Jetzt stand also nur noch das Medical an, wofür ich mich am folgenden Montag um einen Termin bemühen musste - es sollte der 18. Juli werden. Was mich dort erwartet hat, erfahrt Ihr im nächsten Beitrag, für heute reicht es wieder einmal.


Samstag, 25. August 2012

Kurze Empfehlung



Für Aviation-Fans sicherlich eine Empfehlung wert!

Im folgenden Post geht es dann mit der nächsten Runde des Auswahlverfahrens weiter.