Samstag, 15. Juni 2013

Impressionen #2 - Streckenerfahrungsflug nach Barcelona

Was macht wohl jemand, der ein wenig flugverrückt ist und frei hat? - Richtig, trotzdem fliegen!
Da diesen Monat bisher flugtechnisch nicht ganz so viel los war, habe ich einen meiner freien Tage genutzt, um einen Streckenerfahrungsflug mitzumachen. Letztenendes geht es darum, einen Tag lang die Arbeit im Cockpit mitzuverfolgen und dadurch womöglich auch ein gewisses Verständnis für ebendiese zu entwickeln. So habe ich bereits Anfang des Monats bei der Crewplanung angefragt, ob so etwas für mich möglich sei - kurze Zeit später hatte ich die Bestätigung für mein Wunschziel Barcelona im Mail-Postfach! An dieser Stelle schon einmal ein herzliches "Danke" an unsere Crewplanung - schnell, unkompliziert und dann auch noch zu meinem Wunschziel, besser ging es wirklich nicht!

Im Folgenden also ein paar Impressionen dieses Fluges:


Blick auf das Mont Blanc-Massiv


Definitiv der Arbeitsplatz mit der besten Aussicht!


Wer kann schon von sich behaupten, an absolut jedem Arbeitstag die Sonne zu sehen?


 

 


Blick auf die spanische Küste im Sinkflug in Richtung Barcelona


Barcelona


"4U 520 on final, ILS 25R!"


"4U 520, cleared to land RWY 25R!"


"Parking Checklist!"


"Lights off!"


Unser Flugzeug: D-AGWM 


Hat auf jeden Fall mehr drauf als jeder "Dienstwagen"


 Beladung läuft!


Zum 1. Juli sieht die Kabine dann auch noch etwas anders aus, 
wenn die "neue" Germanwings an den Start geht.


"Barcelona tower, buenos días, 4U 521, ready for departure!"


Startbahn 25L


Kurz nach dem Start in Barcelona


Engine Master 1/2


Der Arbeitsplatz des Ersten Offiziers - in ein paar Jahren hoffentlich meiner...


Die "Mittelkonsole" unseres "Dienstwagens"


"4U 521, cleared to land ILS 14L!"


Und so schnell geht ein "Arbeitstag" vorbei - Ankunft in CGN.

In diesem Sinne noch einmal herzlichen Dank an die Crewplanung, sowie natürlich an die Crew auf den beiden Legs!

Mittwoch, 5. Juni 2013

Medical No.2 / Frankfurt Airport

Die Zeit vergeht im wahrsten Sinne des Wortes wie im Fluge - kaum zu glauben, dass meine Firmenqualifikation und das Medical für Lufthansa nun schon fast 1 Jahr zurückliegen...
Damit einher geht natürlich, dass ich zum Wiederholungsmedical antreten durfte - gesagt, getan. Heute ging es in aller Frühe zum Frankfurter Flughafen, um dort beim medizinischen Dienst der Lufthansa die Verlängerung des Medicals zu beantragen. Knapp 2 Stunden dauerte das Prozedere dieses Mal, wobei der Großteil aus Wartezeit bestand, aber geduldig sind wir ja, gell?!

Nachdem diese Pflicht also getan war, blieb noch genügend Zeit für andere Dinge - da ich bei dem guten Wetter wohlweislich die Kamera mitgenommen hatte, habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und mal etwas Anderes fotografiert, als nur die ganzen "kleinen Hüpfer" bei uns in Köln. Seht selbst!


 Eine kleine Kollektion der Lufthansa Boeing 747-400 / 747-8






Emirates Boeing 777-300


Etihad A340-600 aus Abu Dhabi



 Bis vor kurzem war dies noch das längste Passagierflugzeug der Welt - dann kam die Boeing 747-8...


- Kleinvieh macht auch Mist -


Der Airbus A380-800, kurz "Airboss"



Ein A340-600 der Lufthansa


Ein A330-300 der Lufthansa


Das Flaggschiff der Lufthansa - auch, wenn mir die 747 besser gefällt...


Ein United-Jumbo


Die andere Lackierung von United - dieses Mal auf einer Boeing 777-200


Ihr merkt - ich habe ein Faible für den Jumbo!


Und damit wir die Frachter nicht ganz außen vorlassen, hier eine MD11 der Lufthansa-Cargo!


Zu guter Letzt noch einmal der "Airboss" von Thai Airways!

Das soll es für heute auch wieder gewesen sein - morgen geht es dann noch einmal früh nach Cagliari, bevor ich dann ein paar freie Tage, sowie Bereitschaftsdienste genießen darf! 

Solltet Ihr irgendwelche Fragen, Anregungen oder Wünsche haben, zögert nicht und kommentiert ruhig - ich bemühe mich, zeitnah zu antworten!

Gruß

Dominic

Sonntag, 26. Mai 2013

Impressionen #1

Es ist Wochenende, ich habe seit 2 Tagen und bis zum Monatsende nur noch Frühschichten und aus diesem Grund lassen ich heute die Bilder sprechen. Im Folgenden also ein paar Impressionen aus meinem Berufsalltag - manch ein Bild lässt die Herzen auch morgens um 4 Uhr durchaus mal höher schlagen. In diesem Sinne, here we go!


Feierabend nach der Spätschicht in Köln


Alpenüberquerung auf dem Rückweg von Mailand


Auch bei schlechtem Wetter können wir uns hier oben nicht beklagen...


Kurs in Richtung Heraklion


In Griechenland war das Wetter merklich besser.


30 Grad und Sonne - morgens um 9:00 Uhr.
In Köln regnet es natürlich...


Unser Arbeitsgerät - der Airbus A319 "D-AGWI"


Das Beste kommt zum Schluss, so sagt man.
Bei bestem Wetter überfliegen wir Venedig und haben eine ganz 
hervorragende Sicht auf die Stadt und die Lagune. 
Selbst aus einigen Kilometern Höhe...

Das war es soweit für heute - auf den nächsten längeren Flügen ist die Kamera natürlich wieder mit an Bord!

Freitag, 10. Mai 2013

Online - on line - auf Linie!

Für längere Zeit herrschte auf diesem Blog wieder einmal Stille. Dies lag jedoch keinesfalls an mangelnder Motivation oder daran, dass nichts passiert ist, ganz im Gegenteil:

Seit dem letzten Eintrag ist eine ganze Menge passiert - gegen Ende des Kurses wurde die Schulung immer anstrengender, standen doch zwei große Abschlusstests an. Auf der einen Seite gab es die sicherheitsrelevanten Aspekte [Safety and Emergency Procedures], auf der anderen Seite standen auch Dinge wie Service, Uniformtrageordnung und vieles mehr auf dem Programm - beides Tests, für die eine gewisse Stoffmenge beherrscht werden wollte. Trotz der Fülle an Themen gab es für niemanden aus unserem Kurs ernsthafte Probleme, sodass nicht nur alle bestanden haben, sondern vielmehr überdurchschnittlich gut abschnitten!
Nachdem nun diese Tests alle gelaufen waren, konnten wir uns auf unsere 3 Ausbildungsflüge umso mehr freuen, bei denen wir als zusätzliches Besatzungsmitglied [Additional Crewmember, kurz ACM] jeweils einen regulären Dienst begleitet haben. Hier wurde darauf Wert gelegt, dass wir an den ersten beiden Tagen jeweils eine Flugbegleiter-Station (3L / 3R) begleiteten, während uns auf dem letzten Ausbildungsflug die Wahl gelassen wurde. Für mich ging es an den 3 Tagen nach Zürich, Pisa, Wien und schlussendlich nach Bastia auf Korsika. Bedingt durch die Tatsache, dass wir als Besatzungsmitglied "on top" geplant waren, sprich nicht zur regulären Crew gehörten, blieb uns durchaus auch die Möglichkeit, einige Male zum Start und zur Landung im Cockpit zu sitzen, was sicherlich auch ein kleines Highlight war. Das größte Highlight für mich persönlich war jedoch die Möglichkeit, in Wien unseren Ersten Offizier beim Outside-Check auf dem Vorfeld zu begleiten, der dann auch jedes Detail, auf das geachtet wird, erklärte. Das war sicherlich ein schönes Erlebnis, was ich wohl vorerst nicht mehr werde mitmachen können, da ich ja nun zur regulären Besatzung gehöre und somit meine eigenen Aufgaben und Pflichten an Bord zu erfüllen habe.
Nach diesen 3 Ausbildungsflügen stand nun am Montag danach die Unterzeichnung des eigentlichen Arbeitsvertrages in der Konzernzentrale in Köln für uns an, an die wir im Anschluss dann noch jeder mindestens 2 freie Tage in der Heimat hatten, bevor für uns der eigentliche Einsatz im Liniendienst ab Mai begann.
Bereits der erste Blick auf den Dienstplan ließ mein Herz ein wenig höher schlagen - vermehrt Spätschichten! Für mich als Langschläfer sicherlich ein Traum. Auch die Destinationen können sich sehen lassen, eine bunte Vielfalt hat sich da eingeschlichen, sodass ich vielleicht demnächst mal eine Karte des Streckennetzes ab Köln irgendwo aufhängen könnte, auf der ich die bisher angeflogenen Ziele alle markieren kann. Mal sehen, ob ich es schaffe, alle Ziele hier abzufliegen - spannend wäre das allemal!
 Fakt ist jedenfalls an dieser Stelle, dass ich die Erfahrungen, die ich bereits in der kurzen Zeit hier sammeln durfte, nicht mehr missen möchte. Alleine durch die Tatsache, dass man nun auch die andere Seite kennt, verändert so manche Sichtweise in Bezug auf die Arbeit der Kabinencrews, die definitiv von 90% der Menschen unterschätzt wird.

Und zum Abschluss noch ein Bild vom Feierabend nach einer Spätschicht gegen 23:00 Uhr, viel Spaß und bis zum nächsten Mal!




Samstag, 6. April 2013

Halbzeit!

Wie die Zeit vergeht der letzte Eintrag liegt schon wieder gut einen Monat zurück. In der Zwischenzeit ist nun schon einiges passiert, sodass ich mich bemühen werde, alles wieder auf den neuesten Stand zu bringen.
Am 16. März stand erst einmal der Umzug nach Köln an. Dem Umstand, dass die Wohnung bereits möbliert war, war es zu verdanken, dass das "Gepäck" nicht allzu groß ausfiel und sich auf eine Fahrt beschränkte. Auch in Köln war dann dementsprechend schnell ausgepackt und eingerichtet. Zwei Tage noch waren es bis zum Schulungsstart...

Montag, 18.03. 

Bereits im Voraus haben wir uns mit einigen Kursteilnehmern am Kölner Flughafen verabredet, um schon mal zu schauen, mit wem wir die nächsten 6 Wochen verbringen sollten. Schon dort war relativ schnell klar, dass wir eine tolle Truppe erwischt hatten - bedingt durch die Tatsache, dass unser geplanter Kurs in zwei Kurse gespalten wurde, um keine allzu große Gruppe in den Schulungsräumen mit mehr oder minder großem Erfolg zu unterrichten, war auch die ganze Atmosphäre innerhalb des Kurses von Beginn an eine Spur persönlicher, als es womöglich sonst der Fall ist.


Was den Lehrgang an sich angeht, so wird von Anfang an ein recht straffes Programm durchgezogen - immerhin müssen wir nach 6 Wochen in der Lage sein, eigenständig und vor allem eigenverantwortlich eine sichere "Flight Operation" zu gewährleisten. Darunter fallen unter anderem die Schulung für Erste Hilfe, sowie die zwei Wochen Emergency Training, in denen wir uns gerade befinden. Hier gilt es Kommandos zu brüllen, bis der Arzt kommt oder die Stimme versagt - beides natürlich auch gerne doppeldeutig zu sehen. Vor einer Woche hätte sicherlich keiner von uns erwartet, dass wir innerhalb so kurzer Zeit so große Lernfortschritte machen, wie wir sie in den vergangenen paar Tagen gemacht haben - das Lob haben wir uns sicherlich verdient!
Die ersten Tests haben wir bisher auch alle mit Bravour gemeistert - als nächstes steht jetzt der Test für Emergency Training am kommenden Donnerstag, der sicherlich die größte Hürde unserer Schulung darstellt. Dementsprechend hoch ist natürlich der Lernaufwand, der dafür zu betreiben ist - nichtsdestotrotz haben wir alle das Ziel vor Augen, bereits am 25. April guten Gewissens auf den ersten Ausbildungsflug zu gehen.

In diesem Sinne: Weiter so, wir sind echt eine tolle Truppe!

Und damit verabschiede ich mich auch wieder ins restliche Wochenende - ein kluges Zitat jedoch gibt es noch zum Abschluss:

"For once you have tasted flight you will walk the earth with your eyes turned skywards, for there you have been and there you will long to return."

Leonardo da Vinci

Donnerstag, 7. März 2013

11 days left!

Langsam, aber sicher nähert sich die freie Zeit daheim ihrem Ende - bereits in 9 Tagen steht der Umzug nach Köln an und bereits zwei Tage später beginnt mein Flugbegleiter-Lehrgang bei der Germanwings. Somit wird es noch einmal Zeit für ein kleines Update, bevor ich mich wagemutig in die Schulung und das darauf folgende Berufsleben stürze.
Bereits letzte Woche erhielten wir unseren Kursplan, sowie einige weiterführende Informationen bezüglich der Uniformbestellungen. Hier erlebten wir alle eine Überraschung, sollen doch am 18. März zwei Kurse bei Germanwings beginnen - vor diesem Hintergrund gab es dann auch unterschiedliche Kurspläne, was zunächst für ein wenig Verwirrung sorgte. Nichtsdestotrotz bin ich mit meinem Plan sehr zufrieden. Zwar fliegen wir im Gegensatz zu unserem Vorgängerkurs, der eine Woche vor uns startet, nicht für ein paar Tage nach Berlin, doch die Tatsache, dass wir genauso früh mit der Schulung abschließen, entschädigt uns doch schon wieder ein wenig.
Im Vordergrund der Schulung steht ganz klar das "Emergency Training", dem zwei Wochen gewidmet werden. Hinzu kommen noch 2 Tage "Erste Hilfe", sowie diverse kleinere Blöcke, in denen es auch Einheiten von Meteorologie und Flugzeugkunde geben wird. Bereits die Tatsache, dass dem "Emergency Training" fast die Hälfte der Zeit zugestanden wird, zeigt deutlich, dass der Beruf des Flugbegleiters entgegen jeder Laien-Beurteilung weitaus mehr fordert, als das Servieren von "Speis und Trank" - letzten Endes sind wir dafür verantwortlich, dass wir innerhalb von maximal 90 Sekunden das gesamte Flugzeug im Notfall evakuieren können.
Zusätzlich zum Kursplan gab es, wie bereits oben erwähnt, einige Informationen zur Bestellung der Uniform. Bereits letzten Freitag konnte ich also meine Bestellung für die Grundausstattung aufgeben, nachdem erst einmal gründliches Vermessen anstand. Heute war es endlich soweit - zwei Kartons, die ausgepackt werden wollten, fanden den Weg zu mir. Die Ausstattung an sich ist wirklich hervorragend, wobei der Pilotenkoffer natürlich mein Lieblingsstück beim Auspacken war...
Nach einigem Anprobieren diverser Uniformteile war schnell klar, dass ein paar Sachen wieder zurückgeschickt werden mussten. Zum einen waren dies ein Sakko und ein Pullover, die beide als Auswahlstücke mitgeschickt wurden, damit ich mir bei der Größe das Passendere auswählen konnte. Darüber hinaus fielen die Uniformhosen weiter und länger als gedacht aus, sodass auch hier getauscht werden muss. Das Paket befindet sich also somit wieder auf dem Rückweg, mal sehen, wann die Ersatzware dann geliefert wird.


Mit dem Näherrücken des Lehrgangsbeginns und dem damit verbundenen Umzug stand dann auch an einigen Stellen ein Abschied an, insbesondere bei der örtlichen Schülerhilfe fiel dieser sehr schwer, doch was sein muss, das muss nun einmal sein. An so einer Stelle sollte man sich immer vor Augen halten:

"Man sieht sich immer 2x im Leben!"

In diesem Sinne soll es das für heute erst einmal wieder gewesen sein, ein paar Sachen wollen für die Schulung dann doch noch gelernt werden. Bis zum nächsten Mal!